Das Projekt – Gemeinschaftsgarten Übersee
„Einer der schönsten Wege zu uns selbst führt durch den Garten.“ (unbekannter Verfasser)
Im April 2023 fiel der Startschuss für das Bürgerbeteiligungsprojekt „Gemeinschaftsgarten Übersee“. Seither hat sich das Gelände Schritt für Schritt in einen lebendigen Treffpunkt für Natur, Gemeinschaft und Nachhaltigkeit verwandelt. Wo zuvor eine freie Fläche lag, wachsen heute Gemüse, Blumen und Ideen: Eine schützende Hecke aus heimischen Gehölzen bietet Wind- und Vogelschutz, liebevoll angelegte Beete bringen eine bunte Vielfalt hervor, und ein kleiner Hügel mit Sonnenblumen, Mais und Kürbissen setzt im Jahreslauf farbenfrohe Akzente.
Die Gemeinde unterstützte das Projekt von Beginn an – unter anderem mit einem Wildschutzzaun sowie einem Container für Werkzeuge. Damit wurde eine wichtige Grundlage für das Engagement der Beteiligten geschaffen.
Bereits im ersten Herbst zeigte sich, wie viel Leben in dem Garten steckt: Kinder und Erwachsene konnten eine reiche Ernte genießen, während sich Meisen, Stieglitze und andere Vögel an den Sonnenblumenkernen erfreuten. Doch wo Vielfalt wächst, entstehen auch Herausforderungen: Wühlmäuse entdeckten Karotten und Kartoffeln für sich. Statt auf chemische Mittel zu setzen, geht der Garten bewusst einen naturnahen Weg. Sogenannte Mauswieselburgen bieten Fressfeinden Unterschlupf und tragen dazu bei, das ökologische Gleichgewicht zu erhalten.
Dieses Konzept wird durch weitere Elemente ergänzt: Eine Greifvogel-Ansitzstange lädt Habichte und Falken zur Jagd ein, ein Weidentipi dient als lebendiger Rückzugsort und kreativer Raum. Ein neu errichteter Stadel schafft Platz für Treffen, Projekte und die Lagerung von Geräten.
Ziel des Gemeinschaftsgartens ist es, einen artenreichen Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen zu schaffen. Deshalb wird konsequent auf Mineraldünger und chemischen Pflanzenschutz verzichtet. Stattdessen kommen nachhaltige Methoden wie das Mulchen zum Einsatz: Eine schützende Schicht aus Grasschnitt oder anderem organischen Material bewahrt die Feuchtigkeit im Boden, fördert das Bodenleben und unterstützt den Aufbau von wertvollem Humus – ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz.
Der Garten wächst weiter – nicht nur räumlich, sondern auch als Gemeinschaft. Aktuell legen die Mitglieder, darunter viele junge Familien, eine Streuobstwiese an und erschließen gemeinsam mit der Familie Maier (Häuslschuster) neue Pflanzflächen. Auch Kooperationen mit den örtlichen Kindergärten und der Schule sind geplant, um Kindern frühzeitig den Zugang zum naturnahen Gärtnern zu ermöglichen.
Dank der tatkräftigen Unterstützung der Gemeinde – insbesondere durch Bürgermeister Herbert Strauch – konnte die Fläche inzwischen deutlich erweitert werden.
Der Gemeinschaftsgarten liegt in Übersee, westlich des Gemeindefriedhofs, und steht allen offen, die Lust haben, mitzugestalten. Neue Mitglieder sind jederzeit herzlich willkommen: Ob eigenes Beet oder gemeinschaftlich bewirtschaftete Flächen – hier findet jede und jeder seinen Platz im Grünen.
Text: Jutta Weber